Bochselnacht 2008: Startseite

 

Emil und die Detektive

Bearbeitung: Hubi Zweifel

Drehbuch

1. Einstimmung: Parole Emil - zu Hause in Neustadt

Dunkelheit
Skateborder und Inlineskater mit Knicklichtern kommen auf Bühne
Leise Musik - immer lauter
Skater - Tanz im Dunkeln
Ev. Rap
Schlusspunkt:
"PAROLE EMIL"
Freezing

Erzähler
Emil
(E-Emil) -Seht ihr, das sind alles meine Freunde, wahre Freunde, coole Freunde. Kennen gelernt habe ich sie in Berlin. Kennt ihr Berlin? Eine riesige Stadt, die Hauptstadt von Deutschland. Da wohnen meine Grossmutter und meine Cousine Pony Hütchen. Und zu denen durfte ich in die Ferien reisen. Alles klar und überhaupt nicht spannend denkt ihr jetzt bestimmt!
Falsch, fälscher, total falscher Dampfer:
Da waren eben noch so ein paar Kleinigkeiten, welche, die ganze Sache spannend machten: der Schlagrahm auf den Erdbeeren oder das Ketchup auf den Pommes.
Zum ersten war ich froh, aus Neustadt - das ist das Kaff in dem ich wohne - herauszukommen, da ich, nun ja, sagen wir mal - ich wollte die Stadt verschönern und die Bullen war nicht einverstanden…

Spot auf Statue - Spiel-Emil bemalt ihr das Gesicht und zieht ihr ein Hemd an. Sirene/Blaulicht/Autobremsen: 2 Polizisten rennen heran, Emil rennt davon, Polizisten suchen,
Polizisten ab

E-Emil- Alles klar, oder? Man weiss ja nie, ob die Bullen doch noch irgendwie auf meine Fährte kommen würden…Tja, und dann war da noch die Sache mit den 1500 €, welche eigentlich für meine Grossmutter bestimmt waren. Meine Mutter hat ja auch nicht viel Geld, aber meine Grossmutter in Berlin noch viel weniger. Deshalb unterstützt Mutter meine Grossmutter mit Geld.
1500 € - stellt euch das mal vor - und das war nun wirklich die Ursache für die ganze Geschichte.
Licht langsam auf Zug. Abschiedsszene Mutter - Emil

E-Emil- Meine Mutter nervte mich schon langsam mit ihrer Sorge um die 1500 €. Mir konnte doch nichts passieren, ich war ja schon 14….

Emil-
…ja, Mutter, klar Mutter, kein Problem Mutter, nein, sicher nicht…
Mutter- und denk daran: Bahnhof Zoo aussteigen, nicht Berlin Hauptbahnhof, achte darauf, dass deine Hose nicht schmutzig wird, und sag der Grossmutter einen schönen Gruss, und bring ihr die Blumen… und pass gut auf dein Geld auf……ich habs ja mit einerSicherheitsnadel in der Brusttasche der Jacke befestigt……gut, und denk daran: Bahnhof Zoo…
Polizeistreife patrouilliert am Bahnhof, Emil bekommt Angst, verabschiedet sich sehr schnell von seiner Mutter, welche weiter spricht

E-Emil- …ja, wenn diese blöde Polizeipatrouille nicht gekommen und ich nicht voll die Panik
bekommen hätte: Na ja, wie gesagt - Stadtverschönerung stösst nicht überall auf grosseFreude und ich wollte ja nicht Berlin hinter Gittern verbrin-gen. Also, schwups, wegtauchen und ins nächste Abteil - und da war dann eben DER da
Im Zugsabteil versteckt sich Emil unter der Sitzbank

 

2. Die Reise

Emil unter der Bank, im Abteil sitzt ein Herr, Herr Grundeis.
Herr Grundeis hat sich beim Anblick der Polizei ebenfalls versteckt - unter seinem Hut. Herr Grundeis entspannt sich, als die Polizei nicht mehr da ist

Grundeis- Die Fahrkarten bitte, alle Fahrkarten vorweisen.

Emil- (will aufstehen, schlägt den Kopf an) Hmm, autsch, ja, bitte.

Grundeis- Mannomann, scheint mir ziemlich ungemütlich, dein Platz da unten, Zudem machst du deinen schönen Anzug schmutzig.

Emil- (steht auf, wischt sich den Dreck ab und setzt sich auf die Bank)

Grundeis- Alleine unterwegs?

Emil- Ja

Grundeis- Und wohin?

Emil- Nach Berlin zu meiner Grossmutter und Pony Hütchen.

Grundeis- Zu was für einem Pony?

Emil- Pony Hütchen, das ist meine Cousine.

Grundeis- Und holen dich deine Verwandten am Bahnhof ab, … wie heisst du eigentlich?

Emil- Emil, Emil Tischbein - ja am Bahnhof Zoo.

Grundeis- Freut mich, Grundeis. Das ist sehr gut, dass du abgeholt wirst, sonst hätte ich mir schon fast Sorgen gemacht.

Emil- Wieso?

Grundeis- In deinem Alter allein nach Berlin… Da werden Kinder entführt, vor allem am Bahnhof (Emil erschrickt), da wird gestohlen, vor allem Geld, wenn man nicht aufpasst (Emil greift sich an die Brusttasche, wo er die 1500 Euros versteckt hat). Aha, du hast auch Geld dabei - pass nur gut darauf auf. Ich werde dich bei deiner Grossmutter und dem Pony abliefern, ich steige nämlich auch im Bahnhof Zoo aus…
(Grundeis holt eine Flasche heraus) Da, nimm einen Schluck!

 

Emil- Nein, danke, ich hab keinen…

Grundeis- Na was, du siehst ja halb verdurstet aus.

Emil- (trinkt zögerlich, gibt die Flasche zurück)… und Sie, trinken Sie nichts?

Grundeis- Doch doch, ich möchte nur zuerst etwas schlafen, ich bin (gäääähn) totmüde!
Grundeis gibt vor zu schlafen und schnarcht. Emil nickt langsam wirklich ein, obwohl er mit allen Tricks versucht wach zu bleiben. Emil schläft sehr unruhig (Musik?)
Grundeis klaut Emil das Geld und macht sich aus dem Staub

Ansage- Berlin Hauptbahnhof, Berlin Hauptbahnhof
Emil wacht langsam auf, weiss nicht wo er ist, bemerkt, dass Grundeis verschwunden ist, tastet nach seinem Geld - weg!
Emil- Meine 1500 Euros - nein, das kann nicht sein, wo ist mein Geld. Mein Geld ist weg. - Und DER ist auch weg. Das war sicher dieser Grundeis, dieser Mistkerl. (schaut im Gang) Nichts! (schaut durchs Fenster) Da ist er, der schwarze Hut, das ist er (nimmt seinen Koffer und liest die Bahnhofstafel) Berlin Hauptbahnhof. Das ist ja gar nicht Bahnhof Zoo! Mannomann, auch das noch. Egal, ich muss ihn verfolgen! (hat Probleme mit dem Koffer) Blöder Koffer, der ist viel zu schwer…

Stadtbetrieb, viele Passanten, Verkehr, Touristen (z.B. Gruppe Japaner), Reisende, Strassenkünstler, Lärm.
Emil verfolgt Grundeis. Grundeis steigt ins Tram - Emil auch


3. Berlin - im Tram

Das Tram ist sehr voll
Emil steht am einen Eingang, Grundeis am anderen Eingang des Trams.
Ein Billett-Kontrolleur ist unterwegs - momentan auf Grundeis' Seite des Trams

E-Emil- Mannoman - Ich hatte doch kein Geld mehr. Und doch musste ich im Tram bleiben bis der Mistkerl ausstieg. Ich versuchte alles Mögliche - und auch Unmögliche. Meinen Koffer verfluchte ich mehr als einmal.

Emil drückt sich an den Leuten vorbei, kriecht ihnen zwischen den Beinen durch, bringt den Koffer nicht an ihnen vorbei
Die Leute ärgern sich
Der Billett-Kontrolleur bemerkt Emil und folgt ihm Richtung Grundeis
Kurz bevor er Emil erwischt, hält das Tram
Grundeis steigt aus, Emil quetscht sich zum Ausgang und kann aussteigen, bevor die Türen sich wieder schliessen.

E-Emil- Tja, das war wirklich knapp, aber manchmal hat man ja auch Glück: Nicht erwischt worden und dem Typen auf den Fersen, was willst du noch mehr?
Emil versteckt sich schnell
Grundeis sitzt im Gartenrestaurant und isst genüsslich
Emil beobachtet ihn

4. Pony Hütchen und Grossmutter auf dem Bahnhof Zoo

Auf Nebenbühne?
Pony Hütchen (mit popigem Fahrrad) und Grossmutter stehen auf dem Bahnhof, suchen nach Emil.
Leute gehen vorbei, Pony und die Grossmutter schauen den Leuten nach

Pony- Da ist er - nicht! Aber da ist er - nicht. Das ist er bestimmt - auch nicht! (immer entmutigter) das auch nicht, der auch nicht… keine Spur von Emil!

G-Mutter - Ich möchte bloss wissen, was das heissen soll, der Zug müsste doch längst hier sein!

Pony- Ich frag mal den Eisenbahner dort drüben. Hallo Sie, entschuldigen Sie, können Sie mir sagen, wo der Zug aus Neustadt bleibt?

Eisenbah.- Aus Neustadt (schaut auf die Uhr), Berlin Zoo an 16.30, Gleis 5, Weiterfahrt 16.36, pünktlich angekommen, pünktlich abgefahren. Nächster Zug aus Neustadt Berlin Zoo an 18.30, Gleis 5, Weiterfahrt 18.36, wird voraussichtlich pünktlich angekommen und pünktlich abfahren, nächster Zug aus Neustadt…

Pony- …vielen Dank für die Auskunft. Wir warten nämlich auf meinen Cousin Emil.

Eisenbah.- Tja, freut mich für sie, wie gesagt: Aus Neustadt (schaut auf die Uhr), Berlin Zoo an 16.30, Gleis 5, Weiterfahrt 16.36, pünktlich angekommen, pünktlich abgefahren. Nächster Zug aus…

Pony- wie gesagt, vielen Dank für die Auskunft. (zurück zur Grossmutter) Grossmutter, der Zug ist schon längst angekommen und wieder abgefahren.

G-Mutter- Tststs, die Sache gefällt mir nicht, was mag da nur passiert sein?

Pony- Ja was mag da nur passiert sein?... Sicher ist er verkehrt ausgestiegen, Jung sind manchmal furchtbar blöde. Wetten, dass ich Recht habe!

G-Mutter- Tststs, die Sache gefällt mir nicht, die Sache gefällt mir nicht, wenn er nicht gefahren wäre, hätte die Mutter doch sicher telefoniert. Vielleicht ist er wirklich verkehrt ausgestiegen. Aber wir haben es doch genau beschrieben.

 

Pony- Also, der nächste Zug aus Neustadt kommt um halb sieben, dann fahr ich mit dem Rad nochmals hierher. Wenn das bedeppte Landei dann immer noch nicht da ist, kann er mich mal…

G-Mutter- Drück dich etwas gewählter aus, Pony!

Pony- …dann werde ich meinem lieben Cousin vom Land in einem freundlich Brief schreiben… dass er mich mal kann!

G-Mutter- Tststs, die Sache gefällt mir nicht, die Sache gefällt mir nicht, vielleicht sollten wir seine Mutter anrufen!

Pony- Ach was, die würde sich nur zu Tode erschrecken, ich fahre auf halb sieben nochmals hierher, vielleicht kommt er ja mit dem nächsten Zug.

G-Mutter- ststs, die Sache gefällt mir nicht, die Sache gefällt mir nicht, hoffentlich hast du Recht.

Pony- Mir gefällt sie auch nicht. Komm, setz dich auf meine Lenkstange, wir fahren nach Hause

G-Mutter- Pony!!

Pony- Was ist, schwerer als Fratze Wiepke bist du auch nicht, und der sitzt immer drauf, wenn ich von der Schule nach Hause fahre.

G-Mutter- Wenn das noch einmal vorkommt, nehme ich dir das Rad weg.

Pony- Pony und Grossmutter langsam ab) Och, euch Erwachsenen darf man aber auch nichts erzählen.

G-Mutter- Tststs, die Sache gefällt mir nicht, die Sache gefällt mir nicht…

5. Die Detektive

E-Emil - Dieses Problem musste noch gelöst werden, sonst war Ärger im Anzug. Zum Glück hielt meine Cousine Pony die Grossmutter davon ab, meine Mutter zu benachrichtigen, sonst hätte auch ich sagen müssen: "Die Sache gefällt mir gar nicht"…
Doch im Moment hatte ich absolut andere Sorgen. Der Grundeis sass immer noch im Restaurant, futterte dumm und dämlich in sich hinein - und würde womöglich noch mit MEINEM Geld bezahlen. Irgend etwas musste geschehen - und… es geschah tatsächlich etwas.

Grundeis sitzt immer noch im Gartenrestaurant und isst.
Emil ist immer noch am Beobachten
Jette mit der Hupe nähert sich unbemerkt
Jette hupt direkt hinter Emil
Emil erschrickt

Jette- Na, Mensch, kipp nich gleich aus'n Schuh'n!

Emil- Wer hat denn eben hinter mir gehupt?

Jette- Na, Mensch, icke natürlich. Du bist wohl nich von hier, wa? Sonst wüsstest du schon längst, dass ick 'ne Hupe in de Hosentasche hab, ick bin hier nämlich so wat wie 'ne Berühmtheit.
Emil- Ich bin aus Neustadt und eben angekommen

Jette- So aus Neustadt? Jibt's'n so wat. Deswejen trächste ooch so'n ollen Anzuch!

Emil- Nimm das zurück, sonst kleb ich dir eine, dass du scheintot hinfällst.

Jette- Na, Mensch biste böse? (ironisch) Hilfe, ahh, Jefahr! (lacht) Det Wetter ist ma zwar zu schön zum Boxen, aber bitte, wenn'de willst…

Emil- Verschieben wir's auf später, ich hab' jetzt keine Zeit für so was.

Jette- Sieht aber jar nich so aus: Versteckst Koffer und Jemüse und spielst selbst Vasteck'n - so eener hat doch meterweise Zeit.

Emil- Nein, ich beobachte einen Dieb.

Jette- Wat, ich versteh' immer Dieb. Wen hat'da denn beklaut?

Emil- Mich, im Zug. Er hat mir was zu trinken gegeben, dann bin ich eingeschlafen. 1500€ waren's, die sollte ich meiner Grossmutter bringen. Im Hauptbahnhof ist er ausgestiegen - ich bin gerade rechtzeitig aufgewacht. Ich natürlich hinterher.
Und jetzt sitzt er drüben im Café und verfuttert das sauer verdiente Geld.

Jette- Dat ist ja spannender wie Fernsehn - und du lüchst ooch nich…?

Emil- Siehst du den da mit dem steifen Hut?

Jette- Klar, die Hackefresse, die Hamburja in sich rinnzieht wie een durstija Staubsauja. Und, wat willste jetzt machen?

Emil- Keine Ahnung, dran bleiben vorerst mal.

Jette- Ruf doch die Bullen… da drüben stehen zwee'e… (will rufen)

Emil- Halt, nicht, das geht nicht.

Jette- Wieso'n'nich?

Emil- Weil ich in Neustadt was ausgefressen habe und…

Jette- Vasteje!

Emil- …und am Bahnhof Zoo warten meine Cousine Pony Hütchen und meine Grossmutter.

Jette- Die werden schon nach Hause wackeln, wenn dit zu lange dauert. Also ick finde die Sache mit dem Dieb voll cool, Spitzenklasse. Na, Mensch, wenn'de nüscht dajejen hast, helf ick dir.

Emil- Gerne, aber wie denn?

Jette- Erst mal musst'de dir vanünftich anziehn, sonst krieg'ick Krämpfe. (Macht ihn zurecht, zieht ihm die Krawatte aus) so, det Ding muss wech, Kragen hoch und Jacke auf…

Emil- Aber…
Jette- Quatsch nich. So jetzt siehst'de aus wie'n normaler Mensch. Übrijens, ick heesse Jette, man nennt mich Jette mit'de Hupe.

Emil- Ich bin Emil. Meinst du nicht, dass wir Verstärkung brauchen?

Jette- Keen Problem, pass uff!

 

Jette hupt
Musik setzt ein. Bei jedem Mal Hupen kommt jemand Neues dazu, 6x mit Namen und Vorstellen durch E-Emil, bei 7. Mal eine ganze Gruppe.

 

E-Emil- Das hier ist Kebab, der beste Breakdancer von Berlin (zeigt kurze Tanzeinlage)
Dann haben wir Krumbiegel. Sein Leben sind Comics - aber sonst ist er ganz ok (kommt als Superman auf die Bühne, "Ich rette die Welt")
E-Emil- Der da kommt nach dem Montag…
Dienstag- …und vor dem Mittwoch! Dienstag, ich heisse Dienstag.
E-Emil- Brettchen, der Skateboardspezialist (kommt auf Skateboard herein, kurze Showeinlage)
Und die Zwillinge Fee, Elfe und Sirene, die Graffiti-Queens von Berlin (zeigen ihre sich ergänzenden T-Shirts und Röcklein im Graffiti-Stil)
Und hier noch jede Menge Detektive, welche mich alle unterstützen wollten

Alle begrüssen Emil auf ihre eigene Art und positionieren sich auf der Bühne
Musik geht in Rap über
Inszenierter Rap

Jette- He, Leute, dit is Emil aus Altstadt…

Emil- …Neustadt…

Jette- …Piepegal, da drüben sitzt der Schweinehund, der Emil mit KO-Tropfen jefüttert und ihm 1500€ jemopst hat, der mit da schwarz'n Melone uff'm Dach. Sieht aus wie ein ausrangiertes Rhinozeros. Den knüpfen wir uns vor - und wenn wia versajen, heessen wa ab morgen alle Teletubbies!
Als erstes brauchen wa eene Parole.

Dienstag- Parole "Eisenbahndieb" (alle schauen bemitleidend zu Dienstag)

Kebab- Parole "Hamburgerfresser" (alle schauen bemitleidend zu Kebab)

Fe/El/Sir- Parole "Emil" (mit Gestik)

Krumbiegel- Grossartig: Parole Emil (mit Gestik, saust durch den Raum) Parole Emil!

Alle- Parole Emil (mit Gestik)

6. Der Plan

Jette- Jenuch geschwatzt, jetzt jeht's los: Als erstes broochen wa een Startkapital:
Na, Mensch, los, Kohle her, jeder jibt so ville wie'er kann (Kebab sammelt ein, alle geben Geld). Dit beste is, wir verteil'n dit Geld uff zwee Leute - für den Fall, dass wa uns trenn'n müss'n.

Brettchen- Cool, hätt ich auch vorgeschlagen!

Emil- Vielen Dank, wenn wir den Kerl haben, bekommt ihr das Geld zurück.
Quatsch nicht! Wieviel haben wir, Kebab?

Kebab- 37 €, durch zwei gibt… (schaut Hilfe suchend zu Brettchen)

Brettchen- Für jeden 18 € und Emil kriegt 1 € Grossstadtzulage!

Dienstag- Jetzt aber los, den schnappen wir uns…

Detekt.1- Ich schleich mich von hinten an…

Detekt.2- Ich klau ihm den Koffer…

Detekt.3- Ich zieh ihm den Kittel aus…

Detekt.4- Ich esse seinen Hamburger fertig…

E-Emil- (während E-Emil redet, formieren sich die Leute auf der Bühne)
Das war ein Durcheinander! Doch Allmählich kam Ordnung in die Sache. Sie beschlossen, dass ich, Fee und Elfe, Kebab und Jette, die Verfolgung aufnehmen sollten, sobald der Grundeis das Café verlässt. Die anderen waren Reserve. Sie sollten zu Hause erzählen, dass sie später kommen oder bei einem Freund schlafen würden, damit die ganze Nacht Ersatzleute vorhanden waren.

Fee- Wer hat ein Handy?

Alle- Ich!

Elfe- Und wer hat einen ungestörten Platz zu Hause?

Alle- Dienstag!

Fe/El/Sir- Satz unterteilend) Ok, Dienstag, du bist unsere Telefonzentrale. Deine Nummer?

Dienstag- 030 61 62 63

Fe/El/Sir- (Satz unterteilend) Jeder merkt sich die Nummer. Egal, was passiert, Dienstag wird informiert. Wer Informationen will, ruft bei Dienstag an - alles klar?

Dienstag- Mannomannomann - ich möchte aber lieber bei der Gaunerfängerei dabei sein

Fe/El/Sir- Satz unterteilend, schmeichelnd) Bist du auch aber von zu Hause aus! (Dienstag schmollt ein wenig)

Dienstag- Mannomann, also gut, überzeugt!

Jette- Dann fehlt noch een Verbindungsmann für alle Fälle: Eh, Brettchen, du bist da schnellste!
(Brettchen zieht eine Schneefahrshow ab und schreit: Yeah…)
Na, Mensch, allet klar? Dann jeht's los! Wie heesst noch gleich dem seine Telefonnummer?

Alle- ev. rhythmisch) 030 61 62 63

Emil- Moment - ich hab da noch ein Problem: Meine Grossmutter macht sich bestimmt schreckliche Sorgen. Könnte ihr jemand sagen, dass ich noch lebe?

Krumbiegel- (kommt dahergesaust) Klarer Auftrag für mich. Übernehme das sofort mit Koffer- und Blumentransport. Rückmeldung an Dienstag, nur wenige Informationen!
(saust mit Getöse davon - kommt aber gleich wieder)
(verlegen) Äh, wo wohnt sie denn?

Emil- Körtestrasse 51

Krumbiegel- Erledigt! Parole Emil! (saust mit Getöse davon)

Fe/El/Sir- Er zahlt!

Jette- Los jeht's, Parole Emil!

Alle- Parole Emil! (Alle ab)

 

7. Der Telefonanruf 1

 

Dienstag in seiner "Telefonzentrale" zu Hause, Fe/El/Sir unterwegs
Während des Telefonats wird das Hotel Kreid aufgebaut:
von links: Zimmer - Gang - Zimmer
Die Zimmer sind so gebaut, dass man sie gegen das Publikum öffnen kann.
Vorläufig ist aber der Blick von aussen aufs Hotel.
Vorne kann ein Balkon über alle drei Räume hingestellt werden.

Fe/El/Sir- Hallo Dienstag.

Dienstag- Parole.

Fe/El/Sir- Parole Emil.

Dienstag- Was gibt's?

Fe/El/Sir- Hier Fee, Elfe und Sirene, kurze Meldung: Grundeis wohnt im Hotel Kreid, wir sind in der Nähe, am Ende des Nollendorfplatzes.

Dienstag- Das Hotel gehört doch Krumbiegels Eltern, oder? Braucht ihr Verstärkung?
Fe/El/Sir- Nein!

Dienstag- War's aufregend bis jetzt?

Fe/El/Sir- Ja, schon: Der Kerl nahm ein Taxi, wir das nächste. "Hinterher, der Kerl hat was ausgefressen!" Der Taxifahrer meinte: "Wie die Herren wünschen, habt ihr den auch Geld?" Wir:"Na klar" und haben ihm die Kohle gezeigt. So sind wir ihm bis zum Hotel gefolgt. Hat uns beim Aussteigen fast entdeckt, aber wir: Kopf runter und weg war er im Hotel, hat nichts bemerkt!

Dienstag- Und jetzt?

Fe/El/Sir- Hinterher und ausspionieren, machs gut, Dienstag, müssen los, Parole Emil!

Dienstag- Parole Emil.

 

8. Vor dem Hotel Kreid

 

E-Emil- Alles war organisiert, wir waren dem Grundeis auf der Spur. Die Bande war wirklich toll.
Und jetzt?
Weiter musste es ja jetzt weiter gehen. Das Geld war immer noch nicht da! Da standen wir also alle ein wenig ratlos herum.

Emil- (zu Kebab) Habt ihr viel Geld zu Hause?

Kebab- Nö, aber Dienstags Eltern sind so reich, dass sie zu Hause nie über Geld sprechen!

Emil- Ich glaube, man spricht nur übers Geld, wenn man keins hat. Bei uns reicht es nie. Wenn wir eine Schulreise machen, gibt mir zwar meine Mutter immer so viel, wie die anderen auch bekommen…

Kebab- Und wie kann sie das denn?

Emil- Ich weiss auch nicht, aber sie kann es - und ich bring dann die Hälfte wieder zurück.

Kebab- Will sie das?

Emil- Nein, aber ich will es.

Kebab- Ihr habt euch wohl sehr lieb!

Emil- Kolossal - und deshalb müssen die 1500 € dringend wieder her - aber wie?

Pony Hütchen und Krumbiegel treten auf, Pony Hütchen mit Fahrrad, Krumbiegel in Supermanpose (ev. auf Fahrrad?)

Pony- Emil!

Emil- Pony!

Pony - Also Emil, du Rabe. Kommt nach Berlin und schreibt gleich Kriminalgeschichte!
Emil- Jungs, das ist meine Cousine Pony Hütchen. (die Jungs bewundern sie, einer pfeift!)

Pony- Hallo Jungs, Grossmutter und ich wollten gerade nochmals zum Bahnhof Zoo, da kommt Superman mit der Nachricht. Der "man" ist übrigens wirklich "super"… (schaut geheimnisvoll zu Krumbiegel, Krumbiegel wird verlegen)
Die Grossmutter sitzt nun zu Hause und fragt sich Löcher ins Hirn, was mit dir eigentlich los ist. Wir haben ihr natürlich nichts erzählt!

Emil- War sie böse?

Pony- Nicht die Bohne. Grossmutter ist durchs Zimmer galoppiert und hat dauernd gerufen: "Das gefällt mir nicht, das gefällt mir nicht - man muss etwas unternehmen." Wer ist denn hier euer James Bond - Superspion?

Emil- Jette (Jette hupt) mit seiner Gang (präsentieren sich ganz kurz typisch)

Pony- Scharf, wollte schon immer mal echte Spione kennen lernen.

Jette- (zu Krumbiegel) Krumbiejel, jut dat'de wieder da bist. Jemand muss ins Hotel und den Grundeis obsavier'n.

Pony- Was willst du dem servieren?

Jette- Obsavier'n, Mensch - beobachten!

Krumbiegel- Superman kennt keine Hindernisse. Folge mir du Schwacher, dem geholfen werden muss! (beide ab ins Hotel)

Pony- Fast hätt ichs vergessen - ich hab der arbeitenden Bevölkerung was zu Essen mitgebracht.

Brettchen- Cool, endlich was zu fooden, mein Magen ist so leer wie das innere eines Fussballs.

E-Emil- Ein Problem war gelöst. Doch ich war gespannt, was nun folgen sollte. Alle schauten wir kauend zum Eingang des Hotels. (Musik?) Es erschien uns wie eine Ewigkeit, bis endlich…

Krumbiegel und Jette kommen zurück, Jette trägt Hotelpagenuniform

Fe/El/Sir- Kommt ihr gerade von einem Kostümverleih!
Scharfes Teil, was du da trägst, Jette!

Jette- Na, Mensch, Krumbiejel hat'ma eene Uniform verpasst - er kann uns ins Hotel rinnschleus'n
Komm Emil, Jetzt holen wir uns de 1500 (fuffzehnhundert) €!

Alle- (sehr laut) Jetzt geht's los - Parole Emil!

Jette- Pssssst, nich so laut, sonst fliejen wa uff, bevoa wa mit de action bejonnen ham!
(Jette, Emil und Krumbiegel - in Supermanpose - ab ins Hotel)

9. Im Hotel Kreid

Zimmer des Hotels werden gegen das Publikum geöffnet, man sieht hinein.
Der Balkon über alle drei Räume wird hingestellt.
rechtes Zimmer: Grundeis liegt auf dem Bett
linkes Zimmer: Frau Möck im Bademantel schminkt sich
Die Detektive beobachten von der Nebenbühne aus

Emil, Jette und Krumbiegel erscheinen mit einem Wäschewagen im Gang

Emil - Hier müsste das Zimmer sein, die 79 - glaub ich - oder die 78. (zeigt zuerst auf 79 - Zimmer Grundeis, dann auf 78 - Zimmer Möck)

Jette - Und wie kriejen wir dit raus?

Emil- (Grundeis lacht dreckig) Hier, die 79!

Die drei nähern sich dem Zimmer 79, Frau Möck kommt aus Zimmer 78, Speisekarte in der Hand, Emil und Krumbiegel verstecken sich hinter dem Wäschewagen

Möck- (zu Jette) Du da, bring mir aus der Bar einen Toast Hawaii, ein Mineralwasser und ein Glas Cola - Cola light, das Normale vertrag ich nicht

Jette- Wie Se wünsch'n!

Möck- Moment, Sandwich mit Tomaten und Mozzarella scheint mir doch bekömmlicher. Und statt Cola ein Glas Rotwein, dann schlafe ich besser!

Jette- Also een Tomaten-Mozzarella-Sandwich…

Möck- …und ein Glas Rotwein. Kein Wasser, sonst muss ich nachts ständig auf die Toilette… hihihi…

Jette- Bring'ick sofort. (Möck ab)

Emil- Endlich, los jetzt, belagern wir die 79 (nähern sich der 79, schauen durchs Schlüsselloch…, Krumbiegel stösst mit dem Wagen an die Tür)

Jette+Emil- (zu Krumbiegel) Pssst!

Grundeis- (öffnet die Türe) Was ist los hier?

Jette- (Emil und Krumbiegel hinter den Wäschewagen, Jette stottert verlegen)
Et tut ma leid, eene Beschwerde: Ihr Fernseher is zu laut.

Grundeis- Frechheit! Ich hab den Fernseher überhaupt nicht angerührt.

Jette- Darf ick nachseh'n? (will ins Zimmer)

Grundeis- (packt Jette am Kragen) Raus aus meinem Zimmer!

Möck- kommt aus dem Zimmer) Was ist den das für ein Lärm? (zu Jette) Und vielleicht doch lieber einen Whisky statt Rotwein.

Grundeis- (geht zu Möck, sehr laut) Haben Sie sich etwa über mich beschwert?

Möck- Ja, das werde ich jetzt gleich tun: also zum Sandwich und dem Whisky kommt noch eine Beschwerde…
Grundeis- Ach, leckt mich doch alle. (ab)

Möck- oder vielleicht bleib ich beim Rotwein. (ab)

Emil und Krumbiegel kommen hervor

Emil- Wir müssen ihn rauslocken!

Krumbiegel- Genau: Ich hab eine Idee - versteckt euch (nimmt einen Bademantel und ein Handtuch vom Wagen, klopft bei 79)

Grundeis- (öffnet) Was gibt's denn jetzt schon wieder?

Krumbiegel- Bademantel und Extrahandtuch für die Sauna.

Grundeis- Ich hab nichts bestellt (Türe zu)
(Türe auf) Ist das gratis?

Krumbiegel- Selbstverständlich, die Sauna befindet sich im Kellergeschoss, vorne rechts, 5 Etagen hinunter - ist alles angeschrieben.

Grundeis- Gut. (Nimmt alles und verschwindet Richtung Keller)

Emil- Jetzt aber nichts wie rein! (will ins Zimmer, Möck öffnet, Emil versteckt sich)

Möck- Wo bleibt denn meine Bestellung?

Jette- Is unterweechs!

Möck- Tsss, das dauert! (ab)

Krumbiegel- (zu Emil) Die Luft ist rein - Attacke! (steht Schmiere am Abgang)

Emil geht ins Zimmer 79

Jette- Na, Mensch, Emil, wenn Jefahr ist, klopp'ick an de Tür, beeil dir, der bleibt nich lange weg!

Emil- Klaro, ich durchwühl gerade seine Klamotten. Phuu, die stinken nach Schweiss!

Jette- Beeilt euch, sonst kann euch ooch Supermann nich mehr rett'n!

Emil- Ich habe sein Portemonnaie.

Jette- Und?

Emil- Leer!

Krumbiegel- Vorsicht, Saunamensch kommt zurück! (ab zu den Detektiven auf der Nebenbühne)

Jette- (klopft) Na, Mensch, komm raus, Emil, Grundeis kommt zurück!

Emil will raus, aber in diesem Moment kommt Grundeis - geht wieder zurück ins Zimmer, versteckt sich unter dem Bett
Grundeis- (sehr laut) Frechheit, absolute Schweinerei, ist denn das ein Irrenhaus? Statt Sauna nur Spinnennetze und Mäusefallen!

Möck- kommt heraus) Geht das Geschrei schon wieder los?

Grundeis- Nehmen Sie mal ne Saune in einem stinkigen Kellerloch!

Möck- Aber in diesem Hotel gibt's doch gar keine Sauna - und das Essen lässt auch auf sich warten!

Grundeis- Waaas, keine Sauna. So eine Schweinerei! Ich werd mich beschweren!
Morgen um 8 Uhr wecken, aber pünktlich. (geht ins Zimmer, schlägt die Türe zu)

Möck- Und mein Essen heute Abend noch. (geht ins Zimmer, schlägt die Türe zu)

Jette ab - zu den Detektiven auf der Nebenbühne

 

10. Der Telefonanruf 2

 

Dienstag- Hallo!

Fe/El/Sir- Hallo, Dienstag.

Dienstag- Parole?

Fe/El/Sir- Parole Emil.

Dienstag- Was gibt's?

Fe/El/Sir- Hier Fe/El/Sir, kurze Meldung: Grundeis Zimmer durchsucht, keine Kohle gefunden. Emil im Zimmer Grundeis unter dem Bett, Grundeis im Bett darüber!

Dienstag- Mannomann, krasse Sache - und wie kommt er da wieder raus?

Fe/El/Sir- Keine Ahnung, aber treib mal alle Leute zusammen für morgen in der Früh!

Dienstag- Wird gemacht!

Fe/El/Sir- Und übrigens: Pony Hütchen ist eine tolle Braut, wenn die mit ihrem Stahlross angefahren kommt, kriegst du gleich weiche Knie…

Dienstag- Mannomann, Fe/El/Sir, haltet mal die Luft an und versucht Emil wieder da raus zu holen!

Fe/El/Sir- Alles klar, Parole Emil.

Dienstag- Parole Emil!

 

11. Noch ein Diebstahl

Man sieht nur ins rechte Zimmer, Grundeis liegt auf dem Bett, Emil darunter

E-Emil- Poh, war das eine miesliche Lage. Und jedes Mal, wenn er sich drehte, quetschte er mich zusammen (Grundeis dreht sich).
Ich fragte mich schon, wie lange ich das wohl aushalten würde. Da plötzlich erhob er sich und - so weit ich das erkennen konnte - nahm seine Tasche. Er öffnete das Fenster…

Licht auf Nebenbühne, Pony macht die anderen darauf aufmerksam, dass etwas passiert. Alle schauen gebannt zum Hotel
Grundeis geht über den schmalen Balkon.
Fee und Elfe schreien kurz auf
Grundeis ist verunsichert, stolpert und fällt fast vom Balkon
Grundeis knackt das Fenster von Frau Möck und steigt durchs Fenster ein.
Wenig Licht im Zimmer Möck
Emil kriecht unter dem Bett hervor, schaut sich um, schaut zum Fenster hinaus
Die Detektive machen Zeichen, er solle rauskommen. Emil schliesst das Fenster
Emil verlässt das Zimmer
Grundeis steigt durch das Fenster auf den Balkon zurück, will in sein Zimmer zurück - muss es aufknacken, da Emil das Fenster geschlossen hat
Emil kommt zum Hotel raus - Grundeis verunsichert, fällt nochmals fast vom Balkon
Emil rennt zu den Detektiven, Grundeis steigt ins Zimmer
Hotel dunkel - Balkon weg, Hotel von aussen wird wieder hergestellt
Licht auf Nebenbühne: Detektive

Emil- Junge, Junge, Horrorfilm schauen ist nur halb so aufregend

Fe/El/Sir- Erzähl, erzähl!

Emil- Der lässt sich grunzend auf Bett fallen und quetscht mich flach wie eine Briefmarke

Fe/El/Sir- Oooh!

Emil- Dazu hat der heute Bohnen gefuttert und: jedes Böhnchen ein Tönchen (alle halten sich die Nase zu)

Fe/El/Sir- Iiiih!

Emil- Und was der denn auf dem Balkon gemacht?

Pony- Wir glauben, der hat schon wieder gemopst, sozusagen ein Berufsmopser!

Krumbiegel- Wie geht's jetzt weiter?

Pony- Wir rufen die Polizei, die kann sich um den alten Gauner kümmern…

Emil- (fällt ihr ins Wort)…nein, noch nicht die Polizei, wir wollen noch bis morgen warten.

Jette- Na, Mensch, um achte will da Grundeis jeweckt wer'n, also treff'n wa uns um achte alle wieder hier.
Pony- Na dann, tschüss (gibt Emil ein Küsschen, die anderen machen eine Bemerkung, fährt mit dem Fahrrad los)

Alle- (typisches Verabschiedungsritual) Tschüss, bis um 8, Parole Emil!

Emil- Und du, Jette?

Jette- Na, Mensch, ick bleib doch hier mit dir. Krumbiejel zeicht uns sicher een romantischet Plätzchen in sei'm Hotel - zwischen Spinn'nnetzen und Ratten… (gehen ab ins Hotel)

Ev. kurz etwas Musik?

12. Die Verfolgung

Morgenrot. Bühne = Stadt, Hotel nur am Rand sichtbar, entgegengesetzt eine Bank mit Bankschalter (fahrbar)
Alle trudeln ein mit Skaterboards, Rollerskates, Scooter….

E-Emil- Die Nacht war alles andere als bequem. Bei jedem Geräusch dachten wir:"Jetzt haut der Grundeis ab!" Aber irgendwie wurde es Morgen, Krumbiegel versorgte uns mit frischen Gipfeli und einer Tasse heisser Schokolade aus der Hotelküche - und schon waren wir wieder bereit.

Alle- (Begrüssungsritual, alle Detektive + ein paar mehr) Parole Emil!
(zum Schluss kommt Pony Hütchen mit Fahrrad, alle machen ihr eine Gasse)

Pony- Wie sind die Pläne für heute?

Jette- Wir ändern unsere Strattejie

Fe/El/Sir- Was starten wir?

Jette- Wia ändern unser Vorjeh'n: Wia hör'n uff mit'm Spionier'n, wia hetz'n den! Der wird wohl lieber sein Jeld rausrücken, als dat ihn alle Kids von Berlin verfoljen, bis de Polizei anrückt!

Krumbiegel- (in Supermanpose) Genial, los geht's!

Dienstag- Moment, Superman! Mannomann, ich hab euch alle Kids organisiert, die warten überall in der ganzen Stadt.

Fe/El/Sir- Hey Dienstag, du bist genial!

Pony- (die Grossmutter imitierend) Die Sache gefällt mir nicht, die Sache gefällt mir nicht…

Emil- Na, Mensch, mannomann, ist das aufregend, die Sache gefällt mir - so cool (alle schauen Emil an)

Jette- Also: Vor ihm Kids, hinter ihm Kids, neben ihm Kids - überall Kids. Ist det klar?

Brettchen- Achtung, da kommt er! (schwingt sich aufs Board)

Jette- Jetzt jeht'det los: Parole Emil!

Alle- Parole Emil!

Musik beginnt leise, wird lauter mit jeder neuen Gruppe
Grundeis geht in alle Richtungen (links, rechts, hinten, Zuschauerraum, Türe… - überall kommt eine neue Gruppe von Kids
Am Schluss der Musik betritt Grundeis die Bank
Bankschalter kommt in die Mitte der Bühne
Von überall schauen Gruppen von Kids in die Bank hinein - sie bilden die Wände der Bank

Emil, Jette, Krumbiegel und Pony betreten ebenfalls die Bank

Kassiererin- Was kann ich für Sie tun?

Grundeis- Wechseln Sie mir, bitteschön, diese 1500€ in fünfzehn 100€-Scheine

Jette- Tun Se's nich, dat Jeld is jestohlen!

Kassiererin- Was?

Krumbiegel- Das Geld gehört überhaupt gar nicht dem Mann! Er hat es einem Freund von mir gestohlen und will es nur umtauschen, damit man ihm nichts mehr nachweisen kann.

Grundeis- So eine Frechheit ist mir in meinem ganzen Leben noch nie untergekommen! (zur Kassiererin) Entschuldigen Sie! (gibt Krumbiegel eine Ohrfeige, Kids leiden mit einem lauten "Ahhhh" mit und halten sich die Backe)

Krumbiegel- (zur Kassiererin) Entschuldigen Sie! (holt Superman-typisch Anlauf und boxt Grundeis in den Bauch, Jette hupt, die Kids jubeln)

Kassiererin- Hehe, seid ihr jetzt alle verrückt geworden, mal langsam hier, das ist doch kein Boxring hier.

Emil- Also, dieser Herr hier hat mir gestern im Zug von Neustadt nach Berlin 1500€ gestohlen während ich schlief!

Grundeis- Das beweis mir mal, du Lügenbold. Oder hast du etwa Zeugen?
Also wechseln Sie mir jetzt das Geld, ich hab keine Zeit für solche Kindereien.

Kassiererin- Können Sie sich ausweisen

Jette- Grundeis heesst'a!

Grundeis-Da sehen Sie, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss. Ich heisse Müller.

Emil- Der lügt ja wie gedruckt. Im Zug hat er mir erzählt, dass er Grundeis heisst!

Kassiererin- Haben Sie einen Ausweis bei sich?

Grundeis- Oh, den hab ich im Hotel vergessen. Soll ich ihn…

Emil- … holen gehen und mit meinem Geld abhauen. Nein es ist MEIN Geld!
Alle- SEIN GELD!

Kassiererin- Tja, auch wenn's wahr wäre, wie kannst du's beweisen? Hast du dir die Nummern der Scheine gemerkt, …oder deinen Namen draufgeschrieben…

Emil- Natürlich nicht, die Scheine waren für meine Grossmutter bestimmt!

Kassiererin- …oder hast du war bei den Scheinen eine Ecke abgerissen…

Grundeis- Na, hören Sie mal, auf mein ehrliches Ehrenwort - ich werd doch keine kleinen Kinder ausrauben… ich bin ein ehrlicher Mann!

Pony- …und wohin sind Sie denn gestern Nacht über den Balkon geklettert?

Jette - Wia hab'm'Se beobachtet!

Krumbiegel- Feind wurde in die Sauna geschickt… mit Bademantel!

Emil- Na, Mensch, ich habs, Mannomann: Ich hab das Geld mit einer Sicherheitsnadel in der Jacke festgemacht. Da müssen feine Löcher in den Scheinen sein!
(die Kassiererin schaut nach, alle Kids schauen und halten den Atem an)

Kassiererin- Der Junge hat recht, in den Scheinen sind tatsächlich feine Löcher. Ich rufe jetzt die Polizei!

Grundeis stösst die vier Kids weg und will fliehen
Viele Kids stürzen sich auf Grundeis - er fällt hin, die Kids auf ihn
Grundeis kriecht unbemerkt unter dem Haufen hervor und flieht
Die Alarmanlage geht los

13. Die Verhaftung

Bankschalter geht weg, Grundeis will davonrennen, Kids kreisen ihn ein
Polizei (Oberkommissar + Polizist) kommt in Auto - Kids machen eine Gasse

Grundeis- Verdammt nochmal, lasst mich durch.

Lurje- Nun mal langsam. Mein Name ist Lurje, Oberkommissar Lurje. Wie heissen Sie? (Kassiererin gibt dem Kommissar das Geld)

Grundeis- Herbert Kissling

Fe/El/Sir- Hat der ein Gedächtnis. Zuerst heisst er (zur 1. Gruppe Kids)

Kids 1- Grundeis!

Fe/El/Sir- …dann (zur 2. Gruppe Kids)

Kids 2- Müller!

Fe/El/Sir- …und jetzt:

Kids 3- Kissling!

Pony- Bin mal gespannt, wie er wirklich heisst!

Lurje- Ruhe, das kriegen wir auch noch raus. Wo waren Sie bis gestern?

Grundeis- In Wannsee draussen…

Dienstag- Mannomann, schon wieder gelogen.

Lurje- Ruhe, das kriegen wir auch noch raus. Haben Sie gestern diesem Jungen 1500€ geklaut?

Grundeis- Jawohl, das heisst geklaut, na ja, der Junge schlief, das Geld fiel aus seiner Jackentasche und ich hatte grad kein Geld - ich habs mir sozusagen ausgelehnt! (Pfiffe von den Kids)

Emil- So ein Lügner, das Geld war mit einer Sicherheitsnadel an meine Jacke angemacht. Zudem hat er mir so'n Zeugs zu Trinken gegeben, dass ich einschlief!

Lurje- Ruhe, das kriegen wir auch noch raus.

Krumbiegel- Hey policeman, your great (Lurje schaut ihn verständnislos an)

Grundeis- Dann kann ich ja jetzt mal gehen, hab den Diebstahl ja zugegeben. Ich hab noch ein paar Dinge zu erledigen!

Pony- Fragen Sie den Herrn doch mal, was er im Koffer hat!

Lurje- Ruhe, das kriegen wir auch noch raus. Was haben Sie im Koffer.

Grundeis- Nur Unterwäsche…

Jette- (nimmt Grundeis den Koffer weg und öffnet ihn) … und wat is ditte?

Pony- (zeigt Schmuck) Ziemlich noble Unterwäsche…

Lurje- Sieh mal einer an, da werden Sie mir noch `ne Menge zu erzählen haben.

Emil- Und wann krieg ich mein Geld wieder?

Lurje- Ruhe Stuhlbein!

Emil- Tischbein!

Lurje- Dann halt Fischbein, na, du hast genug darum gekämpft: hier hast du es.
(Kids jubeln)
So und wir machen eine Spazierfahrt durch Berlin bis zu Präsidium! (ab)
(Kids verteilen sich auf der Bühne, die Detektive + Pony bleiben bei Emil)

E-Emil- Tja, das wärs dann gewesen, wenn, ja wenn da nicht noch ein kleines Nachspiel gewesen wäre: zuerst eine unangenehme und dann eine äusserst erfreuliche Überraschung.
(Grossmutter und Mutter Tischbein kommen)
Kennt ihr die beiden?

Grossmutter- Verflixter Halunke, da bist du ja endlich - was hast du bloss alles angestellt? Hab ja immer gesagt: die Sache gefällt mir nicht…

Emil- Grossmutter, Mama, wie kommt ihr hierher?

Mutter- Ich habe gestern Abend angerufen - und du warst nicht angekommen. Da habe ich heute früh den ersten Zug nach Berlin genommen. Hab mir Sorgen gemacht.

Grossmutter- …und Pony Hütchen hat mir erzählt, wo ihr euch ungefähr herumtreibt.

Mutter- Und jetzt: heraus mit der Sprache, was ist hier los. Emil, raus mit der Sprache, hast du was ausgefressen?
(gehen langsam weg)

Emil- Ich, also eigentlich gar nichts…

Lurje- Emil Tischbein. Stehen bleiben!

Mutter- Die Polizei! Emil, was hat das zu bedeuten. (zu Lurje) Hat er etwas angestellt?

Lurje- Wir haben alles rausgekriegt: Emil Stuhlbein, gratuliere! Dieser Gruntzeis ist ein lange gesuchter Gauner. Er war es, der die Polizei in letzter Zeit in Atem hielt. Jetzt endlich konnte er überführt werden - durch deine - durch eure Hilfe!
(Kids jubeln, Lurje winkt ab, sofort Ruhe)
Das Beste kommt erst noch: die Polizei hat eine Belohnung für die Ergreifung des Täters ausgesetzt.

Pony- Und wieviel ist das?

Lurje- Och, nur eine Kleinigkeit: 10'000€ !

Mutter- Emil!

Diverse Kids- rennen, fahren über Bühne, rufen die Schlagzeilen)
Grundeis gefasst
Jugendliche Detektive überlisten lange gesuchten Verbrecher
Kids besser als Polizei
10'000 € für ein Tischbein
Hetzjagd führt zum Erfolg

Musik kommt dazu, geht weiter in Anfangsrap über bis zum Schlusswort:
Parole Emil!
Alle sind choreographiert auf der Bühne
Licht aus

ENDE