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Ab Ende der 1950er Jahre ging es mit Johnny Cashs Karriere
steil bergauf und er war ständig auf Tourneen. Dies belastete
die Ehe mit Vivian Liberto sehr. Cash hielt all diesem Stress
nur schwer stand. 1957 nahm er zum ersten mal an einem Konzert
nach eigener Aussage während einer Tournee mit den Musikern
Faron Young und Ferlin Huskey seine erste Benzedrintablette.
In der Folgezeit griff er immer öfter zu Alkohol, Amphetaminen
und Barbituraten
Im April 1963 brachte er den Song Ring of Fire heraus. Dieses
Lied beschrieb Cashs Drogensucht und seine Liebe zu ihnen.Oktober
1965 wurde er verhaftet, als er in seinem Gitarrenkoffer Amphetamine
von Mexiko in die USA geschmuggelt hatte. Seine Tablettenabhängigkeit
war auf dem Höhepunkt angekommen, was zur Scheidung von
Vivian Liberto, Gewaltausbrüchen auf der Bühne und
einigen absagten Konzerten führte. Er magerte auf 70 kg
bei einer Grösse von 1,87 m ab, seine Stimme wurde brüchig.
Johnny Cash kaufte danach ein Haus am Old Hickory Lake in
Hendersonville in Nashville. Nach einigen Tagen ohne etwas gegessen
zu haben, legte er sich in der Nickjack-Höhle in Nashville
zurück um zu sterben. Doch er merkte dass man seine Todeszeit
nicht selbst bestimmen kann. Zitat:"Ich würde sterben,
wenn Gott die Zeit für gekommen hielt, und nicht, wenn ich
es wollte." Später halfen ihm seine Freunde bei seinem
Problem und schirmten ihn von allen Leuten ab, mit denen er früher
Drogen nahm.
Am 11. November 1967 gab Cash an der Highschool von Hendersonville
sein erstes "nüchternes" Konzert seit mehr als
zehn Jahren. Von nun an ging alles immer besser. Nachdem sich
June Carter, die ihm ebenfalls geholfen hatte, seine Drogensucht
hinter ihm zu lassen, lange wegen seiner Drogensucht geweigerte
hatte, ihn zu heiraten, nahm sie am 22. Februar 1968 seinen Heiratsantrag
an, den er ihr auf der Bühne während eines Konzerts
in Ontario in Kanada machte. Sie heirateten am 1. März.
1970 kam das erste Kind von Johnny und Carter, John Carter
Cash zur Welt. Von 1969 bis 1971 hatte Cash seine eigene Fernsehshow.
In der Johnny Cash Show kamen viele berühmte Leute zu Besuch,
u.a. Bob Dylan.
Mitte der 70er Jahren sank Cashs Popularität langsam.
Trotzdem verkaufte er 1975 von seiner Autobiografie "Man
in Black" 1,3 Millionen Exemplare. Im Jahr 1988 musste sich
Cash einer doppelten Bypass-Operation unterziehen. Gleichzeitig
erlebte seine Karriere gegen Ende der 80er Jahre ihren Niedergang,
der auch mit der Umstrukturierung einer sich rein an Marktgesetzen
orientierenden Countrymusik-Industrie zusammenhing.
Johnny Cash wurde 1992 in die Rock and Roll Hall of Flame
aufgenommen und galt für viele jüngere Rockmusiker
nach wie vor als Ikone, obwohl er seit Anfang der 90er Jahre
keine nennenswerten Alben mehr veröffentlicht hatte. 1994
arbeite Cash erneut an seinem Musikstil. Schlussendlich blieb
Johnny bei seinem alten Stil. Für das zweite Album "Unchained"
im Jahr 1996 holte sich Cash Begleitermusiker von Tom Petty und
the Heartbreckers, den Red Hot Chili Peppers und Fleetwood Mac.
Als Höhepunkte dieses Albums gelten Tom Pettys Southern
Accent und der inbrünstig gesungene Spiritual. Bei den Aufnahmen
zu diesem Album ging es Cash gesundheiltich schon so schlecht,
dass er zwischendurch immer wieder Pausen einlegen musste. Beim
nächsten Album klang Johnny Cashs, sonst normal dynamische
Stimme, sehr brüchig und schwach. Auffallend ist dies bei
der einen Textstelle "I won't back down". Beim letzten
Song des Albums, "We'll meet again", unterstützte
ihn gesanglich und instrumental die gesamte "Cash-Gang",
inklusive des Personals. Diese vier letzten Alben von Johnny
Cash aus der American-Recordings-Reihe fanden weltweit auch außerhalb
der Countryszene große Anerkennung.
Am 16. Dezember 2003 starb Johnny Cash nun schliesslich nach
einem wohl schönen Leben. Johnny Cash hat viel erreicht
und wird warscheinlich nie in Vergessenheit geraten. |