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Forschungsgeschichte
Noch im ersten Viertel
des 20. Jahrhunderts zählte Lungenkrebs zu den äußerst
seltenen Krankheiten, doch seine Häufigkeit nahm immer mehr
zu. Vermutete man zuerst noch alle möglichen Ursachen wie
Luftverschmutzung, Bakterien oder Giftgaseinsätze im Ersten
Weltkrieg, so beobachtete man mehr und mehr, dass vor allem Raucher
von Lungenkrebs betroffen wurden.
Als der Terry-Report
erschien (1964 in Washington, US Dept. Health, Educ., Welfare,
Publ. 1103) und die Schädlichkeit eingeatmeten Teerkondensates
für Straßenbau- und Fabrikarbeiter sowie Raucher bekannt
wurde, gaben viele Ärzte in Großbritannien das Rauchen
auf. Zur gleichen Zeit, von 1953 bis 1965, lief jedoch bereits
eine Langzeitstudie über die Anzahl der Todesfälle.
Das Ergebnis zeigte, dass die Zahl der lungenkrebsbedingten Todesfälle
bei 35- bis 64jährigen Männern in Großbritannien
um 7 % stieg - die der Ärzte sank im gleichen Zeitraum um
38 %. Von fünf Nichtrauchern erreichte einer nicht mehr
das Rentenalter - von Rauchern (Zigarettenkonsum: 25 Stück
täglich und auf Lunge) hingegen zwei.
Zusätzlich gefährdet
waren untersuchte Raucherinnen, die die Antibabypille nahmen:
Sie erkrankten achtmal häufiger an Schlaganfall, Thrombose
und Herzinfarkt. Bei schwangeren Raucherinnen wurde zusätzlich
die Plazenta weniger durchblutet, sodass die Leibesfrucht weniger
Nähr- und Sauerstoff enthielt. Das Risiko einer Fehl- bzw.
Frühgeburt wurde bei einem Konsum von 20 Zigaretten täglich
doppelt so groß wie das der Nichtraucherinnen, und das
Geburtsgewicht der Säuglinge fiel um durchschnittlich 200
g. Die schulischen Leistungen elfjähriger Kinder, deren
Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben,
lagen so z. B. im Durchschnitt etwa drei Monate zurück gegenüber
den so nicht vorgeschädigten Kindern. |