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Daten und Fakten

Einwohner 9'564
Fläche 15 km2 (davon ein Viertel überbaut)
Bevölkerungsdichte 620 Ewh / km2
Zuwanderer (2003) 68
(7 pro 1000 Ewh)
Beschäftigte Landwirtschaft 2.6%
Industrie, Gewerbe, Bau 30.9%
Dienstleistungen 66.5%
Zupendler 4'071
Wegpendler 2'191
1 m2 Bauland kostet... 350 Fr.


Blick auf Weinfelden-West


 
Geschichte
Zwar bestand in Weinfelden nachweislich bereits im Jahre 124 n. Chr. eine fünf Meter breite Brücke über die Thur, was sicherlich auf das Vorhandensein eines bedeutenden Handelsorts am Fuss des Ottenberges schliessen lässt.
Namentlich erwähnt wurde "Quivelda" allerdings erst in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen vom 10. November 838. Historische Bedeutung erlangte das Dorf dann im Frühling 1798, als die thurgauische Befreiungsbewegung auf dem Weinfelder Rathausplatz ihren Anfang nahm. Bis heute ist Weinfelden "heimliche Hauptstadt" des Kantons Thurgau geblieben. Formal äussert sich das durch den hiesigen Sitz des kantonalen Verwaltungsgerichtes und durch die Tatsache, dass der Grosse Rat des Kantons Thurgau (Parlament) seine Beratungen im Winterhalbjahr hier abhält.Weinfelden wurde auch im 19. Jahrhundert als Sitz der Berufsschule BBZ bestimmt. Die Bank errichtete am Bankplatz etwa zur gleichen Zeit ihren Hauptsitz, der in den sechziger Jahren umgebaut wurde. Im Westen liegt das umfangreiche Verrechnungszentrum. Der Bahnhof hat Weinfelden zu einem bedeutendem Handelszentrum gemacht. Eisenbahnlinien verbinden Weinfelden mit dem Flughafen, Zürich, Konstanz, Romanshorn, St. Gallen und Wil. Heute verfügt Weinfelden zudem über einen bequemen Autobahnanzugang.


Gasthof "Trauben" im Zentrum Weinfeldens


Wirtschaft
Weinfelden ist ein grosses Einkaufszentrum, indem man verschiedene Läden und Discounter nahe beieinander findet. Firmen wie Model, Denipro, Delta Security,
Ellenbroek Hugentobler etc haben sich im Industriegebiet angesiedelt. Wahrscheinlich baut Lidl in Weinfelden seinen Hauptsitz und das Logistikzentrum. Auch die Thurgauer Kantonalbank, Swisscom, die Stiftung Friedheim und die Schulgemeinden beschäftigen viele Angestellte.


Links:
Der Migros MM in Weinfelden. Im Hintergrund ist die reformierteKirche zu sehen.
Rechts: Luftaufnahme des Industriegebietes von Weinfelden


Die Bahn
In Weinfelden kommen fünf Eisenbahnlinien zusammen: Weinfelden - Zürich, Weinfelden - Konstanz, Weinfelden - Romanshorn, Weinfelden - St. Gallen und Weinfelden - Wil. Am Bahnhof Weinfelden halten pro Tag etwa 185 Züge. Der Bahnhof wurde erst vor ein paar Jahren erneuert und mit einer neuen Unterführung ausgestattet. Weinfelden ist nicht nur ein grosser Bahnknotenpunkt, es ist auch Mittelpunkt des Publicar- und Busnetzes. Mit dem Schnellzug ist man in 50 Minuten in Zürich.
 Feste & Bräuche
Der wohl berühmteste Brauch Weinfeldens ist die Bochselnacht.
Am Donnerstag der letzten ganzen Woche vor Weihnachten zelebrieren die Einwohner in Weinfelden die Bochselnacht. Die Kinder der 1. Primar- bis zur 2. Oberstufenklasse ziehen nach dem Eindunkeln mit ihren „Bochseltieren“ (ausgehöhlte, mit Schnitzereien verzierte und durch Kerzen erleuchtete Runkelrüben) auf einem festgelegten Parcours durch das Zentrum Weinfeldens. Am Ende des Umzuges treffen sich alle Klassen vor dem Rathaus und singen das Lied „Freut euch des Lebens“. Danach kehren die Schülerinnen und Schüler zu ihren Schulhäusern zurück, um dort Wurst und Brot oder heute auch Brezen in Empfang zu nehmen. Die Schülerinnen und Schüler der 3. Oberstufe führen alsdann in der Turnhalle des Thomas-Bornhauser-Schulhauses das Bochselnachttheater auf. Dabei wird traditionellerweise ein Märchen aufgeführt. Nach der Aufführung begeben sich die Erwachsenen in die Wirtshäuser des Dorfes und konsumieren gerne einen „Böllewegge“, ein mit Zwiebeln gefülltes Hefegebäck. Es ist Brauch, dass die Jugendlichen an diesem einen Tag – von den Erwachsenen geduldet – grosse Mengen an Zigaretten und Stumpen verrauchen. Seit dem Jahre 2004 ist dies aber von Seiten der Schulgemeinde zumindest während des Umzuges verboten. Über das Darbringen des Liedes „Freut euch des Lebens“ ist ebenso eine Diskussion entbrannt, wie über die jugendlichen Raucher, die mit bleichen Gesichtern die Strassen des Dorfes „zieren“
.

 Eine Stadt?
Obwohl Weinfelden ein grosses Handels-, Finanz-, Verkehrs- und Einkaufszentrum ist, bleibt es mit 9500 Einwohner offiziel immer noch ein Dorf, auch wenn es mit dem Kino, dem Verkehr und dem Verechnungszentrum der TKB immer städtischer wird. Und ein Dorfteil an der Amriswilerstrasse nennt sich Altstadt. Da in letzten Jahren viel Bauland verkauft worden ist und wieder mehr gebaut wird, kann es gut sein, das Weinfelden in zehn Jahren 10000 Einwohner haben wird und somit eine Stadt werden könnte.


Der Schwerverkehr wird über die Umfahrungsstrasse geleitet.


Interview mit Gemeindeamann Max Vögeli

Wie wurden Sie Gemeindeammann?

Nach 13-jähriger Tätigkeit als Notar und Grundbuchverwalter wollte ich mich im Sommer 2001 einer neuen Herausforderung stellen. Ich hatte bereits grosse Erfahrung im politischen Bereich und gute Kenntnisse im Verwaltungsrecht, was mir den Wechsel ins Amt des Gemeindeammanns wesentlich vereinfachte.

Wie beurteilen Sie die Zukunft Weinfeldens? Wird Weinfelden bald eine Stadt?

Die Wohnbevölkerung wächst eher langsam, aber kontinuierlich. Mein Ziel ist keine bestimmte Einwohnerzahl zu erreichen, sondern den ländlichen Charakter beizubehalten.

Was sind die grössten Probleme von Weinfelden (Verkehr, Wirtschaft, etc.)?

Es gibt zur Zeit zwei Problemfelder, die nicht nur den Gemeinderat beschäftigen.
Zum einen das Thema Discountgeschäfte. Hier findet eine teilweise Verlagerung der Märkte an die Peripherie statt. Der Gemeinderat wird das Einkaufsverhalten der Menschen zwar nicht ändern können, will aber mit geeigneten Massnahmen das Zentrum stärken (Verlängerung der Gratisparkierzeit).
Das zweite Thema ist der Verkehr. Auch nach der Eröffnung der Unterführung Wilerstrasse und dem negativen Volksentscheid über den Netzbeschluss T14 ist das Problem der Umfahrung nach wie vor ungelöst. Die nächsten Monate werden Aufschluss über das weitere Vorgehen geben.

Was finden Sie an Ihrem Beruf am besten?

Es macht mir Freude, für die Bevölkerung Aufgaben zu erfüllen und die entsprechende Verantwortung zu übernehmen. Ich komme dabei mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt und kann täglich eine sehr breite Palette von Themen bearbeiten und Projekte umsetzen. Und nicht zuletzt ist es motivierend, mit den qualifizierten Mitarbeitenden der Verwaltung zusammen zu arbeiten.

Wie sieht Ihr normaler Arbeitstag aus?

Er ist geprägt durch Projektarbeiten, interne Sitzungen und Besprechungen, Gespräche mit "Kunden", Kommissionssitzungen, Vorbereitung von Gemeinderats- und Parlamentssitzungen, Treffen mit Medienvertretern, Besuch von Tagungen sowie Einsitz in zusätzlichen Gremien wie Kantonsrat, Abwasserverband und KVA. Am Abend finden meist weitere Sitzungen statt, am Wochenende besuche ich oft Anlässe und Veranstaltungen.

Haben Sie zwischendurch auch Zeit für Hobbys und welche?

Das Amt des Gemeindeammanns ist sehr zeitintensiv. Meine Familie und die Hobbys (Turnen, Skifahren, Jassen und Lesen) kommen dadurch leider oft zu kurz.

Haben Sie für Ihre Karriere noch etwas vor?

In der Politik kann man die Karriere selten planen. Es gilt sehr oft das Motto "zum richtigen Zeitpunkt am rechten Ort zu sein".


Max Vögeli, Gemeindeamann und Grossratspräsident


 Weblinks

Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Weinfelden 
Gemeindeverwaltung http://www.weinfelden.ch 
Weiterbildungszentrum http://www.wbzw.ch/
Technische Betriebe Weinfelden http://www.tbweinfelden.ch/
Liberty Cinema Weinfelden http://www.liberty-weinfelden.ch/
Meteostation Weinfelden http://www.meteoweinfelden.ch/
Karte von Weinfelden http://map.search.ch/Weinfelden.de.html
Weinfelder Schulen http://www.schuleweinfelden.ch

2006 von Matthias Peter für TBO-online