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Interview mit Gemeindeamann Max
Vögeli
Wie wurden Sie Gemeindeammann?
Nach 13-jähriger Tätigkeit
als Notar und Grundbuchverwalter wollte ich mich im Sommer 2001
einer neuen Herausforderung stellen. Ich hatte bereits grosse
Erfahrung im politischen Bereich und gute Kenntnisse im Verwaltungsrecht,
was mir den Wechsel ins Amt des Gemeindeammanns wesentlich vereinfachte.
Wie beurteilen Sie die Zukunft
Weinfeldens? Wird Weinfelden bald eine Stadt?
Die Wohnbevölkerung wächst
eher langsam, aber kontinuierlich. Mein Ziel ist keine bestimmte
Einwohnerzahl zu erreichen, sondern den ländlichen Charakter
beizubehalten.
Was sind die grössten Probleme
von Weinfelden (Verkehr, Wirtschaft, etc.)?
Es gibt zur Zeit zwei Problemfelder,
die nicht nur den Gemeinderat beschäftigen.
Zum einen das Thema Discountgeschäfte. Hier findet eine
teilweise Verlagerung der Märkte an die Peripherie statt.
Der Gemeinderat wird das Einkaufsverhalten der Menschen zwar
nicht ändern können, will aber mit geeigneten Massnahmen
das Zentrum stärken (Verlängerung der Gratisparkierzeit).
Das zweite Thema ist der Verkehr. Auch nach der Eröffnung
der Unterführung Wilerstrasse und dem negativen Volksentscheid
über den Netzbeschluss T14 ist das Problem der Umfahrung
nach wie vor ungelöst. Die nächsten Monate werden Aufschluss
über das weitere Vorgehen geben.
Was finden Sie an Ihrem Beruf
am besten?
Es macht mir Freude, für die Bevölkerung
Aufgaben zu erfüllen und die entsprechende Verantwortung
zu übernehmen. Ich komme dabei mit vielen verschiedenen
Menschen in Kontakt und kann täglich eine sehr breite Palette
von Themen bearbeiten und Projekte umsetzen. Und nicht zuletzt
ist es motivierend, mit den qualifizierten Mitarbeitenden der
Verwaltung zusammen zu arbeiten.
Wie sieht Ihr normaler Arbeitstag
aus?
Er ist geprägt durch Projektarbeiten,
interne Sitzungen und Besprechungen, Gespräche mit "Kunden",
Kommissionssitzungen, Vorbereitung von Gemeinderats- und Parlamentssitzungen,
Treffen mit Medienvertretern, Besuch von Tagungen sowie Einsitz
in zusätzlichen Gremien wie Kantonsrat, Abwasserverband
und KVA. Am Abend finden meist weitere Sitzungen statt, am Wochenende
besuche ich oft Anlässe und Veranstaltungen.
Haben Sie zwischendurch auch Zeit
für Hobbys und welche?
Das Amt des Gemeindeammanns ist sehr
zeitintensiv. Meine Familie und die Hobbys (Turnen, Skifahren,
Jassen und Lesen) kommen dadurch leider oft zu kurz.
Haben Sie für Ihre Karriere
noch etwas vor?
In der Politik kann man die Karriere
selten planen. Es gilt sehr oft das Motto "zum richtigen
Zeitpunkt am rechten Ort zu sein".

Max Vögeli, Gemeindeamann
und Grossratspräsident
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