Archäologie im Kanton Thurgau

Schon immer waren die Menschen von der Vergangenheit fasziniert. Vor ca. 150 Jahren fand in der Schweiz die erste offizielle Ausgrabung statt. Obwohl sich im Laufe der Zeit die Werkzeuge geändert haben, ist auch vieles gleich geblieben. Zwar werden heute die Auswertungen anstatt mit Karteien mit modernsten Computern gemacht, doch das eigentliche Graben läuft noch genau gleich wie vor 150 Jahren.
Nehmen wir nun mal an, Herr XY aus Z will ein Haus bauen. Doch bei den Bauarbeiten stossen die Arbeiter auf archäologische Spuren. Da Herr XY ein pflichtbewusster Mensch ist, setzt er sich mit dem Amt für Archäologie in Verbindung. Schon bald kommen einige Archäologen, um das Grabungsfeld zu sichern. Dann beginnen die Vermessungsarbeiten. Alles muss mit einem Koordinatennetz vermessen, fotografiert und aufgezeichnet werden. Dabei wird peinlich genau darauf geachtet, dass die Erdschichten nicht zerstört werden, da diese auch viel über die Zeit und die Landschaft von damals aussagen.
Und nun ist es endlich soweit: Die Ausgrabungen beginnen. Zuerst wird noch mit Spaten und Pickel gearbeitet, dann mit kleinen Schäufelchen und zum Schluss mit Pinseln. Nach einigen Tagen Knochenarbeit, im wahrsten Sinne des Wortes, ist klar, worauf Herr XY sein Haus bauen will: Auf einer Keltengrabstätte. Viele Funde können geborgen werden, z. B. ein fast vollständiges Skelett, Hundeknochen, Schmuck, Keramik und Überreste von Getreide. Jetzt kommen auch die Archäobotaniker, Zoologen und Geologen ins Spiel. Teamwork ist nämlich, wie überall, der Schlüssel zum Erfolg. Gemeinsam werden die Funde in Labors ausgewertet, gereinigt, mit Tinte und Feder beschriftet und restauriert. So fertig sind sie dann im Museum für Archäologie anzutreffen. Doch die meisten Funde landen in einer Schachtel im Depot. Nur die allerschönsten und wichtigsten Funde werden ausgestellt.

 


Die meiste Zeit verbringen Archäologen/-innen mit Auswertungen, doch auch Ausstellungen machen, Vorträge halten und eben Ausgrabungen gehören zum Beruf. Alles in allem ein sehr abwechslungsreicher, aber auch strenger Job. Am besten kann man eine/n Archäologen/-in mit einem/-r Polizisten/-in vergleichen, denn er/sie macht nichts anderes als nach Indizien und Beweisen zu suchen, nur halt von "Taten", die vor vielen Jahren stattfanden.

 

 

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