Steinzeit

Mira, eine Steinzeit Frau erzählt

 

Wie jeden Tag stehe ich sehr früh auf, um das Mehl zu mahlen, das Feuer in Gang zu bringen und meine kleineren Geschwister zu wecken. Das Mehl vermische ich mit Wasser und anderen Zutaten, und lege es auf die heissen Steine der Feuerstelle, um es zu backen. Vater und mein Bruder Maju sind auch schon wach, da heute der Tag der grossen Jagd ist. Sie nehmen ihren Proviant und machen sich auf den Weg. Da Mutter bei der Geburt ihres jüngsten Kindes gestorben ist, mache ich jetzt ihre Arbeiten.
Meine kleine Schwester Lena und ich sind nun im Wald und sammeln Beeren, denn diese schmecken köstlich zu dem Hirschfleisch, dass die Männer heute Abend bringen werden. Natürlich isst Lena mehr als dass sie hilft.
Wieder im Dorf zurück, schicke ich Rano, meinen kleinen Bruder, Wasser holen und Holz sammeln. Lena und ihre Freundinnen jagen eine ausgerissene Ziege. Und ich habe endlich wieder einmal Zeit, an meinem schönen Kleid für meine Hochzeit zu sticken.
Am Abend kommen die Männer erfolgreich nach Hause. Ich bin froh, dass meinem Bräutigam nichts passiert ist. Meine Freundin Lora und ich bereiten sofort unseren Teil der Jagdbeute zu. Bald sitzt die ganze Familie ums Feuer, geniesst das frische Fleisch und lauscht den Geschichten der Jäger. Als das Feuer ausgeht, kuscheln wir uns in die weichen Felle. Ich freue mich schon auf Morgen, da können wir mit dem Ledergerben beginnen.

Maju, ein Steinzeitmann erzählt

 

Heute Morgen bin ich mit Mira aufgestanden, denn heute ist der Tag der Jagd. Vater und ich nahmen unsere Pfeilbogen und Speere und den Proviant, den Mira uns bereitgelegt hatte. Es ist meine erste grosse Jagd und ich bin sehr aufgeregt.
Zuerst müssen wir uns ziemlich weit durch das Dickicht des Waldes kämpfen, bis wir an die Stelle kommen, wo unser Anführer die Spuren der Hirsche gesichtet hatte. In Gruppen verfolgen wir diese bis zum Wasserplatz und legen uns dort auf die Lauer. Endlich, nach einer halben Ewigkeit, tauchen die Hirsche auf. Ich kann kaum noch stillsitzen, aber Vater mahnt mich zur Ruhe. Auf ein Zeichen unseres Anführers hin spannen wir alle unsere Bogen und zielen auf drei verschiedene Hirsche. Beinahe gleichzeitig schwirren die Pfeile durch die Luft und finden ihr Ziel - sogar meiner! Stolz treten wir aus den Verstecken hervor. Einige versuchen noch die flüchtenden Hirsche zu verfolgen. Dabei wird ein junger Mann von einem Huf getroffen und fällt zu Boden. Er kann nicht mehr aufstehen und wir müssen ihn zusammen mit der Beute nach Hause tragen.
Im Dorf werden wir von den Frauen und Kindern begrüsst und bald schon sitzen wir ums Feuer, erzählen Geschichten und geniessen das Fleisch.
Ich freue mich schon auf die nächste grosse Jagd.

 

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